D.R.U.M. 2015

 

Disaster Relief Unit Mürztal

12.-13. 09. 2015

Tritol Werk, Wiener Neustadt

 

Freitag 11.09.2015

Um 11 Uhr vormittags bebt die Erde in den Niederösterreichischen Bezirken Baden, Wiener Neustadt und Neunkirchen mit der Stärke 6,3. Zahlreiche Gebäude stürzen ein, Gas und Wasserversorgung sind unterbrochen, Brände brechen aus.

Feuerwehren aus dem Mur- und Mürztal bilden die „Disaster Relief Unit Mürztal" und unterstützen die Einsatzkräfte aus Niederösterreich.

So lautete die Ausgangslage für die Feuerwehren FF- Mürzhofen, FF- St. Marein, FF- Kindberg Dörfl, FF- Bruck/Mur, FF- Leoben-Stadt und FF- Madstein-Stadlhof die von

12.- 13.09.2015 an der Übung „D.R.U.M. 2015" am

ABC- und Katastrophenhilfeübungsplatz Tritolwerk teilnahmen.

 

Der ABC- und Katastrophenhilfeübungsplatz Tritolwerk, auch kurz Tritolwerk, ist ein Übungsplatz des österreichischen Bundesheeres in Eggendorf in Niederösterreich

 

Das Gelände nördlich des Flugplatzes Wiener Neustatd- Ostist ca. 36 ha groß und weist außer dem Hauptgebäude mit dem ehemaligen Pulverturm noch die Trümmerfelder der zerstörten Fabrik und Bunkeranlagen auf. Diese eignen sich daher besonders als Übungsgelände für Katastrophenhilfseinheiten, da die verschiedensten Einsatzszenarien einfach nachgestellt werden können. So können Erdbeben genauso wie Strahlen- oder Chemieunfälle wirklichkeitsnah dargestellt werden.

Am Samstag um 07:30 traten 38 Übungsteilnehmer mit 12 Fahrzeugen den Weg nach Wiener Neustadt an.

 

Nach einer kurzen Einweisung in den Übungsablauf, Beziehen der Unterkunft und Gliederung der Einsatzelemente begann der Übungstag mit Arbeiten in Kleingruppen.

Löschangriff mit Schaum, Atemschutzeinsätze im unterirdischen Tunnelnetz, Bewegen schwerer Lasten und der Einsatz von hydraulischem Rettungsgerät konnten von den Übungsteilnehmern auf dem weitläufigen Übungsplatz intensiv geübt werden.

Um 15:30 Uhr begann das erste große Übungsszenario.

„Schwerer Verkehrsunfall mit einem Autobus und 2 PKW, 3 Personen eingeklemmt."

Die Erkundung durch den Einsatzleiter ergab, dass ein PKW unter einem umgestürzten Bus begraben lag. Das Heck das Autobusses begann gerade zu brennen, der zweite beteiligte PKW stand bereits im Vollbrand.

Sofort wurde die Brandbekämpfung mit Schaumrohren und schwerem Atemschutz vorgenommen, parallel dazu die Menschenrettung, ebenfalls unter schwerem Atemschutz. Ebenso wurde der zweite Zug nachalarmiert.

Nach Abschluss der Menschenrettung sowie der Brandbekämpfung wurden der Autobus mittels Kran und Seilwinde wieder auf die Räder gestellt.

 

Wer sich nach diesem kräfteraubenden Einsatz eine kleine Verschnaufpause erhoffte wurde leider enttäuscht...

In einem Fabrikgebäude ist es zu einem Brand im Innenhof sowie im Kohlesilo gekommen, im vollkommen verrauchten Keller wurden 4 Personen vermisst.

Die Brandbekämpfung wurde mit einem Atemschutztrupp zum Innenangriff auf den Innenhof, sowie einem Wasserwerfer und einem C- Rohr zur Brandbekämpfung beim Kohlesilo aufgenommen. Parallel wurde mit einem Atemschutztrupp die Suche nach den vermissten Personen eingeleitet.

Es konnte relativ rasch „Brand aus" gegeben werden, somit waren mehr Kräfte für die Personensuche im Keller verfügbar. Der dichte Rauch, die teilweise vertrümmerten Gänge und Keller brachten die Atemschutztrupps an das Ende ihrer Leistungsfähigkeit.

Um 21:30 waren alle vermissten Personen gerettet und es konnte vom Einsatzleiter ein erleichtertes „Zum Abmarsch fertig" gegeben werden.

Der anstrengende erste Tag klang mit Grillen und Kameradschaftspflege gemütlich aus.

 

Der Sonntag begann nach dem Frühstück und dem räumen der Unterkunft um 08:00 mit Übungen in Kleingruppen.

Menschenrettung aus Höhen und Tiefen, Strahlenschutz sowie Arbeiten auf Trümmerkegeln stand am Programm.

Für die Besatzung des SRF Bruck/Mur galt es zwei Personen aus einer ca. 20 Meter tiefen Zisterne zu retten.

Trotz, dass der Einstieg nur durch einen kleinen Schacht möglich war und der Anmarsch

zu den verletzten Personen durch einen 50 Meter langen unterirdischen Gang zu bewältigen war, konnte diese Aufgabe nach 90 Minuten erfolgreich abgeschlossen werden.

Für den Strahlenspürtrupp der FF Leoben- Stadt galt es Messungen in einem Labor durchzuführen. Die im Labor gelagerten Abschirmbehälter haben aber kein radioaktives Material enthalten sodass nach Freimessung des Labors Entwarnung gegeben werden konnte.

Die anderen Feuerwehren übten sich im Bewegen von schweren Lasten und dem Einsatz von hydraulischem Rettungsgerät auf einem Trümmerkegel.

 

Nach dem Mittagessen fuhren die Übungsteilnehmer zurück in ihre Rüsthäuser und stellten die Einsatzbereitschaft wieder her.

 

Die Feuerwehr Mürzhofen unter dem Kommando von HBI Kahofer Peter war für die Einladung, Organisation und Verpflegung zuständig.

 

Die FF Mürzhofen bedankt sich bei allen Teilnehmern für die Gute Zusammenarbeit und hofft auf ein Wiedersehen bei der nächste D.R.U.M. !

 

 

(Text HFM Guba, FF-Leoben-Stadt & LM d. S. Schönwetter, FF Mürzhofen)

(Fotos:FF-Mürzhofen, FF Kindbergdörfl)

----------------------------------------------------------------------------------------------------------

----------------------------------------------------------------------------------------------------------

LINK : Bericht der Kleinen Zeitung vom 22. Sept. 2015 zu unserer Übung

----------------------------------------------------------------------------------------------------------

----------------------------------------------------------------------------------------------------------

.
FormatFactoryDSC00601_FormatFactoryDSC00620_FormatFactoryDSC00631_FormatFactoryDSC00664_FormatFactoryDSC00666
|
FormatFactoryDSC00674_FormatFactoryDSC00677_FormatFactoryDSC00678_FormatFactoryDSC00679_FormatFactoryDSC00685
|
FormatFactoryDSC00694_FormatFactoryDSC00704_FormatFactoryDSC00705_FormatFactoryDSC00706_FormatFactoryDSC00711
|
Seite: 1 2 3 4

drum